Kingpapers
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Vorsicht: Abzockerei mit 'Reprints', Kopien u.a. !


Lassen Sie sich nicht durch Bauernfänger übertölpeln. Nicht jedes vermeintliche Original ist wirklich ein solches. Geschickt versteckte Hinweise auf Kopien oder die Verwechslung mit Reprints machen den HWP-Sammlern das Leben schwer.



Ein paar Erfahrungen - lesen und aufpassen.

Wie viele der Abzock-Angebote auf Flohmärkten laufen wissen wir nicht. Bei Internet-Auktionen sind sie in letzter Zeit (wieder) verstärkt festzustellen. Und das manchmal wirklich nur auf dem zweiten oder dritten Blick: die Rede ist von Leuten, die Kopien so geschickt beschreiben, dass der Leser sie als Originale versteht. Oder solche, die Fachbegriffe geschickt verwechseln und erneut 'Schrott + Müll' als vermeintlich wertvolle Ware an den Sammler bringen.


Abzocke mit Kopien und Specimen

Reprint und Specimen liegen dicht beisammen. Nach dem 'Print' (Erstdruck) ist der 'Reprint' der Nachdruck (Folgeauflage), ursprünglich von der originalen Druckplatte, späterhin im weiteren Sinne verstanden. Und allgemein mit Einverständnis desjenigen gedruckt, der die Erstdrucke bestellt hat. Ein Specimen-Papier ist ein solches, das von der Gesellschaft ausgegeben ist, z.B. als Belegexemplar. In Deutschland eher den Musteraktien vergleichbar. Die originalen Merkmale der Wertpapiere (z.B. Trockensiegel) sind enthalten.

Nach unseren Recherchen hat im Süden Deutschlands ein grösserer Druck an Wertpapieren älterer und neuerer Zeit stattgefunden, wohl für einen bunten Jahreskalender. Ob urheberrechtlich berechtigt (zumindest bei den jüngeren Papieren) wissen wir nicht. Vielleicht hat es den Kalender nicht gegeben, vielleicht ist auch nur zuviel gedruckt worden ... jedenfalls sind erhebliche Drucke übriggeblieben. Diese und andere werden seit geraumer Zeit in den Wertpapiermarkt als REPRINTS 'hineingepumpt'. Nun ist aber nicht jedes im Offsetdruck hergestellte Wertpapier gleich ein Reprint. Es ist ein einfacher Nachdruck. Auch spezielles Papier ändert daran nichts.

Und auch nicht das Verschweigen von etwaigen Verkleinerungen. Geradezu eine Frechheit: Da werden von bestimmten Anbietern A 3 grosse Papiere plötzlich auf A 4 verkleinert und als Reprint angeboten, teilweise nicht einmal per Offsetdruck, sondern nur durch Digital-Farbkopierer oder einfachen Farbkopierer oder Farbdrucker hergestellt.


Die Abzocke geht weiter !

Wenn jemand Kopien sammeln möchte soll er es tun. Der Wert eines Specimen-Papiers, eines offiziellen Musterstücks oder eines echten Reprints leuchtet uns ein. Nicht aber der Wert einfacher Nachdrucke. Der übliche Preis einer Farbkopie sollte hier die Obergrenze darstellen.

In unseren Augen zwielichtige Zeitgenossen mit Betrugsneigung bieten nun aber Kopien an, die als solche nicht eindeutig gekennzeichnet sind. Regel: Beschreibungen sind so zu fassen, dass der Leser nicht zum Verwechseln oder zur lückenhaften Aufnahme des Textes provoziert wird. Bei einem mehrere Absätze starken Text haben wir am Ende der langen Ausführungen zur Gesellschaftsgeschichte und zum Wertpapier plötzlich in einem verschämt kleingeschriebenen Text entdeckt: 'Sie bieten auf eine echte Farbkopie'. Na klasse, hoffen wir wirklich auf aufmerksame Leser. Dieser Kopienhinweis hindert in der Regel einen Staatsanwalt an der Anklage. Leider.

Und bei dem im Markt immerhin noch ganz nett gehandelten Fraport-Muster findet sich plötzlich der Hinweis, dass es sich bei der konkreten (in der Überschrift lediglich 'Fraport-Musteraktie') vermeintlich originalen Musteraktie doch nur um eine 'Musteraktienkopie' handelt. Hoffentlich war der Anbieter zum Kopieren der Musteraktie berechtigt - sonst droht Unterlassungsverfügung und Strafbarkeit wegen Verstosses gegen das Urheberrecht und noch mehr ...

Zwischenergebnis: Nachdrucke, Kopien und ähnlicher automatisch hergestellter 'Abklatsch' wird durch eine besondere Bezeichnung wie REPRINT oder SPECIMEN oder ECHTE FARBKOPIE oder WERTHALTIGE ORIGINALWIEDERGABE oder ähnlich nicht einmal ansatzweise zum Wertobjekt.


Mitmachen ist tödlich für den Markt !

Wir halten die auf dieser 'Welle' mitschwimmenden Händler (und auch Sammler) für verantwortungslos gegenüber dem HWP-Markt. Jeder kennt die Problematik der Replikate, die vielfach anstelle der Originale gewählt werden. Wenn jemand eine Kopie anstelle eines echten Wertpapiers haben möchte, dann soll er die Kopie kaufen. Und zwar in der Kenntnis des (nicht vorhandenen) Wertes und damit preiswert.

Unseriöse Abzocke sehen wir dann, wenn Werthaltigkeit vorgegaukelt wird und der Käufer später feststellen darf, dass das vermeintlich werthaltige Originalreprint beim Wiederverkauf nur müde belächelt wird. So, das ist unsere Meinung. Haben Sie auch eine, die vielleicht laut gesagt (geschrieben) werden kann ? Die ist hier gerne gesehen - mailto: kingpapers@hotmail.com








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