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Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer AG, Würzburg:

Ein Überblick zur Firmengeschichte.


Autor: Josef Hoeller-Peplinski



Am 9. August 1817 unterschrieben Friedrich Koenig und Andreas Bauer in London ihren Gesellschaftsvertrag. Er bildete Grund- und Gründungsurkunde der Fa. Koenig & Bauer, damals ähnlich einer Offenen Handelsgesellschaft. 1818 wurde mit finanzieller Hilfe des bayerischen Staates das ehemalige Prämonstratenkloster Oberzell bei Würzburg angekauft und auf diesem Gelände nahm die Fabrik für Druckmaschinen ihren Betrieb auf. Nach anfänglichen Schwierigkeiten florierte die Fabrikation und Koenig kaufte in Münsterschwartach Gebäude und richtete dort eine Papierfabrik ein.



Am 17. Januar 1833 verstarb Friedrich Koenig und die weiteren Geschicke der Fabrik lagen in den Händen von Andreas Bauer. Seine Maschine mit Kreisbewegungen erscheint 1840 zum 400jährigen Bestehen der Buchdruckerkunst. Diese Maschine wurde weitgehend für den Druck effektiver Wertpapierer verwendet.

Bauer war kein Geschäftsmann, sondern blieb in seiner inneren Einstellung Erfinder. Die Lebensgefährtin von Friedrich Koenig, Fanny, eine geborene Jacobs, erwies sich in geschäftlichen Belangen als 'Guter Geist' von Oberzell, wo sie auch 1882 verstarb.



In den letzten Jahren seines Lebens förderte Andreas Bauer die beiden Söhne Friedrich Koenigs, die sich ebenfalls mit dem Wohl und Wehe der Firma identifizierten. Am 27.2.1860 verstarb alsdann der Andreas Bauer. Von nun an betreute Wilhelm Koenig, geboren 1826, die Technik. Friedrich Koenig jr., drei Jahre jünger, wurde Organisator des Geschäftsgefüges. Viele soziale Einrichtungen des Unternehmens entstammen seinen Ideen und seiner Federführung.

Bis zum Jahr 1873 baute die Firma ca. 2000 Maschinen. Imbesondere Russland mit 392 angelieferten Exemplaren war ein bedeutender Aufkäufer. 1875 wurde mit dem Bau der Rotationsmaschine ein enorm wichtiger Schritt der Entwicklung eingeleitet. Oberzell wurde zu klein und Gelände in unmittelbarer Nähe des Stammwerks wurden hinzugekauft.

Wilhelm Koenigs Schwiegersohn, Albrecht Bolza, hatte grossen Anteil am Aufbau des Werkes II gegenüber dem alten Firmengelände. An diesem Platz standen 100.000 Quadratmeter für dringend notwendige Erweiterungen zur Verfügung, die Haupthalle hatte eine Länge von 225 m (!). 1905 wurde die von den Gründern geschaffene und danach umfirmierte Offene Handelsgesellschaft, die zuletzt als Kommanditgesellschaft betrieben wurde, endlich in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Nachdem Friedrich Koenig jun. sich aus dem aktiven Geschäftsleben zurückzog, trat Dr. Fick, ein erfahrener Kaufmann und umsichtiger Organisator, in die Leitungsebene ein. Von da an ging es Schlag auf Schlag mit den Fortwntwicklungen.



1913 brachte Koenig & Bauer die erste Gigant-Prägepresse auf den Markt. 1930 trat Dr. Hans Boilza, der Urenkel des ursprünglichen Erfinders an die Spitze des Unternehmens. Neben ihm fungierte der aus der Steuerverwaltungkommende Dr. Fritz Pels Leusden. 1937 wurde die Würzburger Schnellpressfabrik Bohn & Herber erworben, die es ermöglichte, dass die Arbeitskapazität weiter gesteigert wurde. Im März 1945 fiel das Werk II einem Luftangriff zum Opfer. Das Hauptwerk folgte kurze Zeit später.

Nach diesen Zerstörungen erfolgte unter Aufbringung aller personellen wie wirtschaftlichen Möglichkeiten ein mühsamer Wiederaufbau. Dank verschiedener internationaler Verbindungen und in Zusammenarbeit mit Gualtiero Giori (einem anerkannten Fachmann) entwickelten sich in den Folgejahren über Europa hinausgehende Beziehungen, die 1952 bisnach Süd- und Nordamerika, Japan und Indonesien reichten, und durch Maschinen, die Koenig & Bauer gebaut hatten, den Druck von Banknoten und Briefmarken besonders rationell ermöglichten.

Dr. Bolza-Schönemann (ein Adoptivsohn von Dr. Hans Bolza) entwickelte neue verbesserte Druckmaschinen, die die Position von Koenig &Bauer festigten und auch im Jubiläumsjahr 1967 noch zu einem bedeutenden Maschinenbauer fürr die Druckindustrie machten. - Das Unternehmen hat verschiedene effektive Wertpapiere begeben, von denen aus meiner Sammlung einige abgebildet sind.



(Quelle: 'Festschrift zum 150jährigen Jubiläum 1817-1967')




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