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Realitäten beim nebenberuflichen Handel historischer Wertpapiere einschl. Händlernachweis

(insbesondere am Beispiel der sog. Massenware).




HWP-Handel nebenberuflich - au weia !

Hier ist der 1. Teil des Beitrags.



Der angehende Händler erfreut sich seines Schnäppchens, wenn er die 100 Wertpapiere im Lot für wenig Geld ersteigert hat. Der Versteigerer aber auch - komisch, eigentlich sollte der doch traurig sein ... Ist er aber nicht; er weiss es besser.

So beginnt unser nebenberuflicher Neuhändler mit seinen ersten Verkäufen, es klappt auch ein wenig, dann wird der Preis immer weniger, dafür bieten immer mehr Leute an, z.B. Kilo-Moto, PanAm, Pennsylv.RR, Pennsalt und und und ... Die Lots der Händler bleiben auch am Markt, sogar noch billiger, z.B. Penn Central RR, New York Central RR ... Der Newcomer spürt den Markt. er sitzt auf einer Vielzahl von Papieren im Betrag von 40 Cent bis 1 Euro, alles Schnäppchen, die aber nicht so recht laufen. Und noch immer fliessen Papiere in den Markt. Woher ?

Nachschub ohne Ende ?

Gerade bei US-Papieren ist ein Ende nicht abzusehen. Eine Folge des Systems: Übertragene Aktien werden abgezeichnet, es werden neue (Ersatz-)Stücke ausgestellt. Die alten Effekten werden zur Vernichtung gegeben. Da bauen sich heftig hohe Bestände der Papiere mit dem 'cancelled' bzw. der Lochentwertung auf. Die warten auf ihre Abnehmer zu geringen Preisen. Massenware nach Gewicht, nicht sortiert, nicht bereinigt, mit Rissen, Klammern, Lochungen, Fehlstellen etc., dafür extrem preiswert.

Kaum zu glauben, aber die gecleanten Papiere werden von einigen Händlern dem Endabnehmer mit Preisen von 15-40 Euro angeboten.

Was unser Nebenbei-Händler nicht weiss ist die unmittelbare Einkaufsquelle, er verkennt den Einkaufswert seiner 'Schnäppchen'. Hätte er doch bei Clinton Hollins in Springsfield/USA oder bei Malcolm Kurin in Wilmington/USA nachgefragt. Oder bei Scott Winslow in Bedford/USA oder Eheleuten Kerstein in Falls Church/USA. Da sind doch z.B. bei Clinton Hollins unverhandelt bereits bereinigte Wertpapiere von 2-99 Stck. ab -,60 US-Cents (offizielle Preisliste, Recherche vom 11. Januar 2002) zu bekommen, was also erst nach Verhandlung und bei höherer Menge ??? Und erst recht die ungeprüften und unbearbeiteten Posten ???

Oder hätte er doch nur in Deutschland die Augen aufgesperrt und sich bemüht, er könnte doch für kleines Geld gemischte Partien bekommen. Dann macht er nicht wie andere durch immer gleiche Papiere den langsam wachsenden Markt gleich wieder 'platt'. Es läuft nicht richtig: Und schon liebäugelt unsere Nebenbei-Händler mit intensiveren geradezu marktschreierischen Phrasen wie 'selten' und 'rar' und 'wertvoll' und 'alt' - der eine oder andere wird sich hereinlegen lassen und kaufen. Beute auf Kosten anderer ?

Machen Händler Preispolitik ?

Nicht bei allen, aber sehr wohl bei vielen Marktteilnehmern werden die Einkaufsquellen gehütet. Und hohe Einkaufspreise in den Raum gestellt, aber nicht nachgewiesen. Ein Beispiel: Händler schreit seinen Einkaufspreis für United States Line mit unglaublichen 18 $ heraus. Heftig, heftig. Und beschwert sich. Kurze Recherche von uns, wir entdecken in den USA ein Angebot unter 10 Prozent seines Preises, sogar erheblich darunter, nicht verhandelt, nur durch Quellenschau. Weiterer Kommentar überflüssig, oder ?

Unserem Nebenbei-Händler geht es immer noch nicht besser. Die Rendite stimmt nicht. Bei Internet-Auktionen verliert er schnell mal fast 30 Prozent des Ergebnisses an das Auktionshaus, seine Papiere gehen nicht einmal richtig zu 1,-- Euro durch, er ist genervt durch Mailverkehr, Versand, Kontogebühren bei kleinen Zahlungseingängen und sowieso. Sein Einkauf von eingen Hundert oder mehr als Tausend Papieren scheint ein Flop zu werden, er muss seine Verkaufstaktik ändern. Er packt Pakete und versucht mehrere Papiere auf einmal loszuschlagen. Hauptsache erledigt. Anfangs o.k., dann stoppt der Verkauf, der Markt ist schon wieder 'platt'.

Geduld - teuer oder lohnend ?

Wieder falsch ! Die Kunst des HWP-Händlers besteht auch darin zu warten, die Papiere - von denen er ja doch immer mal wieder viel zu viele hat - langsam auf den Markt zu bringen und damit die Nachfrage möglichst genau zu treffen. Nur wer zur rechten Zeit am rechten Ort das richtige Papier bietet wird gute Preise bekommen, nicht wahr. Und das ist doch nun einmal das Ziel der gewinnoptimierten Händler - und das sind doch wohl die meisten.

Also wird unser Neuhändler auf die symbolische Bremse treten und die Papiere verwahren, nur gelegentlich anbieten, aber bessere Preise erzielen. Aber wie lange das dauert ! Er lernt die Problematik der Kapitalbindung kennen. Jedes Jahr einen Zinssatz bei Kreditierung, ohne Kredit den Rentabilitätsfaktor der anderweitigen Kapitalanlage. Lassen wir Papiere doch ruhig 5-15 Jahre laufen ... Folge: Kräftige Erhöhung des Einkaufspreises, eventuell eine Verdoppelung. Dazu kommen die logistischen Probleme, die Ware muss sortiert gehalten und richtig gelagert werden. Und trotzdem jederzeit erreichbar und auslieferfähig sein.

Unser Händler stellt fest: Massenpapiere sind Kostenfresser. Viel zu teuer mit zuviel Aufwand und zu geringem Ertrag. Das passt ihm nicht. Er sieht nun aber immer wieder gute Chancen bei den Qualitätspapieren, den richtigen Sammlerwerten. Er entschliesst sich zu ersten Versuchen in den teureren Segementen. Und kauft ein.

Wieviel denn noch ???

Hier 5 Euro, da 10 Euro, dann mehrere Papiere zu 75 Euro, bessere Ware zu mehr und mehr ... das läppert sich. Und Neuhändler liefert bei einer Auktion ein, bekommt die meisten Stücke abgelehnt, der Rest geht zum Teil weg, die Abrechnung dauert, die Papiere sind Wochen bis Monate blockiert. Und das Geld bindet sich immer schneller. Hier ein Angebot, das er mitnimmt - und wohl 10 oder 20 oder mehr andere auch ? Dort ein interner Kauf - und die Papiere sind auch bei anderen. Ein eigener Internetauftritt, den so recht keiner ansieht. Listen, die dem Versand beigelegt werden und wenig bringen - was macht er nur falsch ?

Erfahrungen, viele Erfahrungen, muss jeder sammeln. Der richtige Sammler geht zum Händler. Der richtige Sammler aber hat allemal die Papiere, die griffig und (vermeintlich) günstig auf den Markt kommen. Der richtige Händler kennt seine Sammler und deren Suchlisten. Aber unser Gelegenheits-Händler kommt in diese Kreise kaum herein, er kann nur Neulingen und Gelegenheits-Sammlern (davon gibt es doch wohl reichlich !) seine Ware anbieten. Also ungezielt und auf gut Glück.

Und die Moral von der Geschicht ...

... nebenberuflich handle nicht ?! - Angeschmiert ist derjenige mit dem geringsten know-how, den schlechtesten Einkaufsquellen, einem unzutreffenden Warenbestand u.a. - Besser: Man nehme mehrere Hunderttausend Euro und hoffe auf einen Aufbau des Geschäfts ? Oder: Spezialisten werden immer ein Abnehmerfeld im kleinen Kreise finden. Spezialisten sind meist Sammler, die in ihrem Sammelgebiet so gut bekannt sind, dass die Angebote an neuen - und alten - Papieren dort auflaufen. Geringer Verdienst ist möglich.

Oder man gehe bei einem 'alten Hasen' geradewegs in die 'Lehre' und lasse sich in die Materie einweisen. Das macht zwar auch nicht unbedingt reich, aber es beruhigt.

Fazit: Ich halte nicht viel von dem Handel ohne richtige Einkaufsquellen und ohne Kenntnisse. Das Wissen müssen Sie sich selbst verschaffen, ein paar Quellen Ihrer Einkäufe kann ich Ihnen hier nennen:











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