Kingpapers



HWP-Auktionen: Gedanken zur Herbstwelle 2002.





In der Tat: Der Herbst bringt im Jahre 2002 eine wohl noch nie dagewesene Häufung an HWP-Auktionen. Die FHW-Jubel-Auktion, hier und da Schnupperauktionen wie in Leipzig, Weywoda, SSK Ludwigshafen, Antik-Effekten, Schmitt/Schiefer, Kürle und viele viele mehr. Nicht zu vergessen die Ausländer, direkt dicht bei wie die Holländer, aber auch Amerikaner und und und ... Jeder will dabei sein, jeder ist dabei, warum eigentlich?

Ist es der Markt, der so sehr gestiegen ist, daß er nun ganz locker in kurzer Zeit (etwa 2 Monate) über 10.000 Papiere durch Präsenzauktionen aufzunehmen vermag ? Und kann dieser Markt dann auch noch die Fernauktionen und die nicht geringe Anzahl der Internetauktionen bedienen ? Gerade dort lassen sich nur grobe Schätzungen ansetzen, aber auf die Zeitdauer von 2 Monaten dürften im Internet allein bei den Internetauktionshäusern weit mehr als 10.000 Papiere im Angebot sein. Und selbst dann, wenn von einer geringen Zuschlagsquote von sagen wir (nur) 50 Prozent ausgegangen wird, dann sind bei nur 20.000 Papieren, die im Angebot waren, glatt 10.000 Papiere neuen Eignern zugeschlagen. Oder werden die Auktionatoren, die am Ende der Herbstkollekte ihre gesammelten Werke anbieten, etwa lange Gesichter machen ? Wohl kaum: Im Markt keine negative Reaktion - trotz angesagter Rezession der Wirtschaft weiterhin interessante Reaktionen bei Sammlern, die den Versuch preiswerter Eindeckungen starten, im Ergebnis aber lang gesuchte Stücke auch zu hohen Preisen aufnehmen. Der Verfasser selbst durfte insoweit feststellen, dass er die für seine Sammlung vorgesehenen Stücke nicht zugeschlagen bekommen hat, weil Gebote teilweise ganz erheblich höher abgegeben worden waren.


Wohin läuft der Markt ?


Sollte es nun tatsächlich so sein, dass der Markt vielfach unterschätzt wird, sich erhebliche Zuwächse an Sammlern ergeben haben ? Reagieren die Auktionatoren und Händler letztendlich auf einen erweiterten Markt oder stellt ihre jetzige konzertierte Aktion nichts anderes dar als ein Hineindrücken der Papiere in einen unveränderten Markt zur Gewinnung von Liquidität angesichts der nun ja bald bevorstehenden ersten Barov-Auktionen ? Und dann schliesst doch eine weitere Fragen an: Ist die Liquidität der Sammler (und einiger Investoren, die in die Raritäten des Marktes eine Geldanlage tätigen) unerschöpflich?

Vor einem zu schnellen Jubel und eine vorschnellen Meinungsbildung soll der Versuch gemacht werden einige Parameter des Marktes zu erkennen und ggf. zu analysieren. Ich empfinde es derzeit als Fakt, dass

  • die Anzahl der dauerhaft verfügbaren Angebote wie z. B bei ebay.de nicht etwa steigt, sondern schon geraume Zeit mit leichten Schwankungen quantitativ gleichbleibend ist;
  • die Qualität der angebotenen Papiere ebenfalls mit Schwankungen eher in das untere Segment einzuordnen ist und eine wenigstens nachhaltige und gleichbleibende qualitative Steigerung nicht zu erkennen ist;
  • die Anzahl der Besucher auf HWP-Internetseiten wie z. B. kingpapers.de seit länger Zeit eine etwa gleichbleibende Höhe erreicht hat (wobei die Besuche sich aus Wiederholungsbesuchen und Neulingen zusammensetzen dürften);
  • bei Reichsmarkpapieren ein hoher Angebotsdruck (nicht zuletzt wohl durch den Bestand des Reichsbanktresors verursacht) besteht und Preise variabel sind, im Trend nach meinen Beobachtungen eher sinkend (was für eine Marktdurchdringung spricht, bei der mehr Angebot als Nachfrage herrscht);
  • keine überproportionalen Neuanmeldungen von Sammlern zu verzeichnen sind, vielmehr der Markt eine fortschreitende Entwicklung tätigt, wie er es hier schon lange tut.



Das Ergebnis dieser Betrachtung:


Sind diese Vorgaben richtig, dann ist ein aktuelles Kundenpotential nicht der Grund für die Erhöhung des Angebots im Herbst 2002. Und wenn das alles so richtig ist, dann spricht vieles dafür, dass die Auktionshäuser aus nicht objektiv bekannten Gründen das Gaspedal durchgetreten haben.

Und das offenbar zu Recht. Merkwürdig. Denn der Markt ist angesichts der bisher bekannt gewordenen Ergebnisse doch wohl so sehr robust, daß er die zusätzliche Inanspruchnahme - bisher jedenfalls - ohne Murren hingenommen hat.

Und das bei Preisen, die im Vergleich zu früheren Zeiten doch ganz gravierende Höhe bei den richtig alten Papieren erreicht haben, was bei dem einen oder anderen Altsammler sicherlich ein Kopfschütteln, bei dem nächsten vielleicht ein wissendes Lächeln verursachen wird.

Mich wundert bei den HWP-Sammlern ja schon lange nix mehr ...


(Kommentar: Andreas Hardt)



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